Risikoklassen, Risikobereitschaft

Als eine Orientierungsgröße für die persönliche Risikobereitschaft des Anlegers werden Geldanlagen in fünf Risikoklassen eingeteilt:

Risikoklasse

Risikobereitschaft

Beispiele

1

sicherheitsorientiert

Spareinlagen, Tagesgeld, Festgeld, europ. Geldmarktfonds

2

konservativ

Rentenfonds Europa,

offene Immobilienfonds

3

gewinnorientiert

Mischfonds,

Aktienfonds Standardwerte

4

risikobewusst

Aktienfonds Nebenwerte, Branchen- und Themenfonds

5

spekulativ

Optionsscheine, Futures, Hedgefonds

Für jede Kapitalanlage gilt: Je höher die Ertragschancen sind, desto höher sind auch die  Risiken. Investmentfonds sind davon nicht ausgenommen. Je nachdem, worin der Fonds das Geld investiert, müssen Sie als Anleger mit unterschiedlich hohen Risiken rechnen. So ist das Risiko, einen Verlust zu erleiden, bei reinen Aktienfonds wesentlich höher als bei Mischfonds.

Selbst bei Aktienfonds gibt es markante Unterschiede. Auf einzelne Branchen konzentrierte Aktienfonds unterliegen einem höheren Risiko als solche, die überwiegend in Standardwerte (Blue Chips) investieren. Auch das geographische Anlagegebiet spielt für das Risiko eine große Rolle. So ist ein weltweit anlegender Aktienfonds weniger riskant als ein Fonds, der nur in einer engen Region bzw. nur in einem Land sein Geld investiert. Ein besonders hohes Risiko verbunden mit hohen Gewinnchancen haben Sie bei Themen- und Branchenfonds.

Ein Beispiel:
Der unten gezeigte Fonds hat seit Beginn der Finanzmarktkrise einen Kursverlust von mehr als 65% erfahren. Der gleiche Fonds erzielte dagegen von März 2003 bis März 2006 einen Gewinn von 138% und dies in nur 3 Jahren. Meinen Sie nicht auch, dass 2009 wieder ein günstiger Einstiegszeitpunkt wäre?

 

Chart eines Branchenfonds für Finanzwerte von 1998 bis Februar 2009

Wie können Sie die hohen Gewinnchancen von Fonds der Risikoklasse 4 nutzen und gleichzeitig das Verlustrisiko verringern?

Es ist ganz einfach. Sie brauchen nur etwas Mut und Entschlossenheit, gerade jetzt in der Krise mit einem Fondssparplan zu beginnen. Dabei hilft Ihnen der Cost-Average-Effekt  (Durchschnittskosteneffekt), trotz starker Kursschwankungen einen günstigen Kaufpreis der Fondsanteile zu erzielen. Ganz wichtig ist aber, dass Sie Ihre Investition durch eine Stop-Loss-Order überwachen! Die Nutzung von Limit-Orders zur Risikoabsicherung von Fonds bieten nur wenige Fondsplattformen an.

Beispiel Stop-Loss:
Wir bleiben bei o.g. Fonds. Ein Anleger investiert Anfang 2003 bei 30€ in diesen Fonds und setzt gleichzeitig ein Verkaufslimit 10% unter dem aktuellen Kurswert (Limit also bei 27€), um das Verlustrisiko zu begrenzen. Wenn der Anteilspreis steigt, wird dieses Limit immer 10% niedriger als der erreichte Höchstkurs einmal im Monat nachgezogen. Bei 40€ Kurswert wird das Limit auf 36€ erhöht. In 2004 fällt dann der Anteilspreis unter dieses Limit wodurch alle Fondsanteile verkauft werden. Zwischen 30€ Kaufkurs und 36€ Verkaufskurs liegt ein Kursgewinn von 20% in einem Jahr.
Steigt der Anleger nach der Kurserholung 2005 bei 40€ erneut ein und verkauft wiederum durch ein Stop-Loss nach dem Kursrückgang in 2006 alle Fondsanteile für 56€, so entspricht das einem Kursgewinn von 40% in einem Jahr. Diese Methode funktioniert aber nur, wenn man mit Mut und Entschlossenheit zu einem günstigen Zeitpunkt einsteigt und seine Fondsanlage mit einem Stop-Loss überwacht.

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